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30.09.2011 Fondsmarkt: Anleger investierten 2011 schon vor der Krise deutlich weniger als im letzten Jahr
Im Berichtsmonat Juli lag das Nettomittelaufkommen bei Publikums- und Spezialfonds bei rund 6,6 Mrd. Euro, während im Vormonat Juni nur rund 3 Mrd. Euro neue Mittel eingenommen werden konnten. Dieser Unterschied ergibt sich hauptsächlich daraus, dass Anleger im Juli in Publikumsfonds gut 4 Mrd. Euro investierten, während im Vormonat Mittel in Höhe von 124 Mio. Euro abflossen.
Schaut man sich bei den Publikumsfonds die Marktsegmente genauer an, wird deutlich, dass die Mittel hauptsächlich in Aktienfonds geflossen sind, während diese im Juni Mittelabflüsse in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro zu verzeichnen hatten. Rentenfonds blieben hingegen konstant bei ca. 1 Mrd. Euro Zuflüssen. Weitere signifikante Änderungen konnten bei den Wertgesicherten Fonds (Juni: 195,4 Mio. Euro, Juli: -463,2 Mio. Euro) und bei den Mischfonds (Juni: 235,7 Mio. Euro, Juli: -199,3) beobachtet werden.
Die insgesamt positive Entwicklung der Nettomittelzuflüsse wurde im August durch den Börsencrash deutlich ausgebremst, wie wir bereits vor der offiziellen Statistik des BVI wissen. Die genauen Zahlen dazu finden Sie im nächsten Fondsmarkt.
Neue Klassifizierung von Geldmarktfonds
Aufgrund der seit 1. Juli 2011 europaweit geltenden Regelungen für Geldmarktfonds, die von der Europäischen Aufsichtsbehörde (ESMA) festgelegt wurden, hat der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) innerhalb seiner Statistik bei Geldmarktfonds und Rentenfonds markante Umgruppierungen vorgenommen. Laut BVI Geschäftsführer Thomas Richter finden die Anleger in der Rubrik der Geldmarktfonds gemäß der überarbeiteten Klassifizierung ausschließlich risikoarme Produkte. Gut zwei Drittel der bisherigen Geldmarktfonds werden ab sofort in den BVI-Statistiken unter den Rentenfonds geführt. So verwalteten die Investmentgesellschaften per Ende Juli 11,9 Mrd. Euro in Geldmarktfonds und 183,6 Mrd. Euro in Rentenfonds. Ein Monat zuvor zählte die BVI Statistik 39,0 Mrd. Euro in Geldmarktfonds und 154,1 Mrd. Euro in Rentenfonds. Nach der Neugruppierung finden sich nun 68 Prozent der ehemaligen Geldmarktfonds (etwa 26,6 Mrd. Euro Fondsvermögen) als „Rentenfonds, geldmarktnahe und Kurzläuferfonds” in der Statistik wieder. Der Rest der Fondsvermögen-Veränderung vom Berichtsmonat Juni zum Berichtsmonat Juli ergibt sich aus Nettomittelaufkommen und Markteinfluss.
Geringe Mittelzuflüsse bei Publikumsfonds im Jahr 2011
Vergleicht man die Nettomittzuflüsse des Jahres 2010 und 2011 jeweils bis zum 31. Juli, fällt auf, dass Anleger in diesem Jahr nur knapp eine halbe Mrd. Euro in Publikumsfonds investiert haben, während diese im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt bereits Zuflüsse in Höhe von knapp 13 Mrd. Euro zu verzeichnen hatten.
Dabei zählen Aktienfonds mit ca. 5,3 Mrd. Euro, Mischfonds mit ca. 1, 6 Mrd. Euro und Offene Immobilienfonds mit ca. 0,8 Mrd. Euro Zuwächsen zu den Gewinnern wohingegen Geldmarktfonds ca. 2, 7 Mrd. Euro und Hybrid-, Renten- und Wertgesicherte Fonds jeweils zwischen 1 Mrd. und 1,6 Mrd Euro Abflüsse in Kauf nehmen mussten.
Aber auch die Spezialfonds konnten in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich weniger Mittelzuflüsse generieren. Institutionelle Anleger investierten in den ersten sieben Monaten diesen Jahres rund 19 Mrd. Euro in diese Produkte während Ende Juli letzten Jahres bereits rund 28 Mrd. Euro in Spezialfonds geflossen waren.
Bleibt abzuwarten, wie sich das Nettomittelaufkommen bis Ende des Jahres entwickelt, nachdem die Ereignisse im August vor allem bei den Publikumsfonds nochmals zu einer Vergrößerung des Unterschiedes beigetragen haben.


