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unauffälliges 2. Quartal in Sachen Cashflows in Spezialfonds

Eintrag vom 22.09.2026

Der Durchschnitt des Nettomittelaufkommens der letzten drei Jahre pro Quartal liegt bei 11,9 Milliarden Euro. Somit liegt der Quartalswert des Nettomittelaufkommens des 2. Quartals 2026 um 0,9 Milliarden Euro unter dem Quartalsmittelwert der letzten drei Jahre - fast eine Punktlandung.

Bis Ende des 2. Quartals summiert sich das Nettomittelaufkommen des laufenden Jahres in Spezialfonds auf 19,4 Milliarden Euro. Das sind 3,2 Milliarden Euro mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (16,1 Milliarden Euro). Das ist eine ordentliche Halbjahresbilanz im Vergleich mit der jüngeren Vergangenheit, also mit den Jahren 2023 bis 2025. Bei einer längeren Rückschau stellt sich allerdings leichte Ernüchterung ein, denn in den Jahren davor lag das Halbjahresergebnis der Nettomittelaufkommen auf deutlich höherem Niveau (2022: 47,5 Milliarden Euro, 2021: 45,3 Milliarden Euro, 2020: 34,6 Milliarden Euro). "Bei einer einfachen linearen Hochrechnung plus eines geschätzten Zusatzbetrages für das erfahrungsgemäß starke Jahresendquartal wird das Nettoneugeschäft des Jahres 2026 um die 50-Milliarden-Euro-Marke pendeln. Damit könnte man sicher leben." so die Einschätzung von Clemens Schuerhoff, Vorstand bei Kommalpha.

Die Halbjahresbilanz des Nettoneugeschäfts auf Ebene der Investorensegmente ist insofern bemerkenswert, da das Ranking im Hinblick auf die typische Vergangenheit ungewöhnlich ist und auch nicht den Größenverhältnissen am Spezialfondsmarkt entspricht. Auf dem 1. Platz liegen Sozialversicherungen & öffentliche/kirchliche Zusatzversorgungseinrichtungen mit 4,3 Milliarden Euro Nettomittelaufkommen in Spezialfonds. "Das ist deshalb eine bemerkenswerte Ansage, da es sich bei Sozialversicherungen & öffentlichen/kirchlichen Zusatzversorgungseinrichtungen um eine hinsichtlich der Anzahl der Akteure recht kleine Kundengruppe handelt, die in der langfristigen Vergangenheit auch eher ein Nischendasein fristete." kommentiert Clemens Schuerhoff. Die Silbermedaille geht an Kreditinstitute mit 3,9 Milliarden Euro Nettomittelaufkommen per Ende Juni 2026. Auf dem 3. Platz landen Corporates mit einem Nettoneugeschäft in Höhe von 3,5 Milliarden Euro in Spezialfonds. Zwischenfazit: Auf dem Treppchen befinden sich im laufenden Jahr Investorensegmente, die in der Vergangenheit wenig prägend für das Nettoneugeschäft von Spezialfonds waren. Auf dem vierten Platz des Rankings schließen sich Altersvorsorgeeinrichtungen mit 3,0 Milliarden Euro Nettomittelaufkommen an. Somit hat sich die größte Investorenkategorie wieder etwas berappelt, kommt allerdings an die Wachstumsraten aus den 2010er-Jahren bei Weitem nicht ran. Knapp dahinter auf Platz 5 reiht sich mit Versicherungen die zweitgrößte Kundengruppe im Spezialfondsmarkt ein. Ihre Spezialfonds sammelten im laufenden Jahr 2,95 Milliarden Euro netto zum Datenstichtag ein. Die beiden größten Investorensegmente verzeichnen somit weiterhin ein verhaltenes und unterdurchschnittliches Nettoneugeschäft in Spezialfonds.

Auf Ebene der Spezialfondskategorien liegen beim Nettomittelaufkommen per Ende Juni 2026 gemischte Wertpapierspezialfonds mit 6,9 Milliarden Euro vorn. Das ist vor dem Hintergrund der Dominanz von Masterfondsstrukturen, wo trennscharfe Subfonds auf Masterfondsebene meistens als gemischte Mandate klassifiziert werden, wenig überraschend. Rentenspezialfonds belegen Platz 2 mit einem Nettoneugeschäft in Höhe von 6,1 Milliarden Euro. Die Bronzemedaille des kumulierten Nettomittelaufkommens per Ende Juni 2026 geht an Dachspezialfonds, die 2,5 Milliarden Euro netto einsammelten.

Das Beratungsunternehmen Kommalpha hat mit der Publikation "Spezialfondsmarkt Quarterly" ein Format entwickelt, welches die Netto- und Bruttocashflows sowie ausgewählte Strukturmerkmale des deutschen Spezialfondsmarktes pro Quartal tiefgehend analysiert. Dies erfolgt auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank. Die frisch veröffentlichte Ausgabe 24 basiert auf dem Datenstichtag 30. Juni 2026.

Zusätzlich zu den skizzierten Sachverhalten beziehen Fachleute im Rahmen eines Thesenpanels Stellung zu den operationellen Risiken der Umstellung des Settlementzyklus von Wertpapieren auf T+1 insbesondere im Hinblick auf Anteilscheingeschäfte von Spezialfonds. Die Titelstory widmet sich der öffentlichen Hand als Investorenkategorie im Spezialfondsmarkt. Da werden die Zahlen klein - die "Sondervermögen" befinden sich woanders.

Alle Ausgaben sind kostenfrei auf www.kommalpha.com erhältlich und werden von 
BNP Paribas, DekaBank, DZ BANK und LBBW Asset Management unterstützt und begleitet.

 
 
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